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Masseneinwanderung und Schulmisere

Lehrer schlagen an Hallenser Schule Alarm. Statt spezieller Förderklassen, wie sie von der Landesregierung vorgesehen sind, werden ausländische Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen in Regelklassen untergebracht. Teilweise beträgt der Ausländeranteil sogar 100 Prozent. Die Folgen sind fatal: ethnische Konflikte, Gewalt, Unruhe in den Klassen, psychische Probleme für Lehrer, dramatisches Absinken des Lernniveaus.

 

Das Problem der unkontrollierten Zuwanderung von Personen aus Afrika und Asien nach Mitteleuropa – zusätzlich befeuert durch Merkels Grenzöffnung im Jahre 2015 – spiegelt sich nicht nur allgemein in westdeutschen Großstädten wider, sondern vor allem in bestimmten Bereichen wie Krankenhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln und Bildungseinrichtungen, und zwar in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Damit wird offenbar, daß sich dieses Phänomen schon lange nicht mehr auf die „Bundesrepublik alt“ beschränkt. Die „neuen Länder“ sind in dieser Hinsicht bereits längst im grauen BRD-Alltag angekommen. Mittlerweile werden die größeren Städte in den mitteldeutschen Bundesländern genauso wie im Westen zu Brennpunkten der Kriminalität und Unsicherheit.

Tatort Halle in Sachsen-Anhalt

Jüngstes Beispiel für die schlimmen Auswüchse der Masseneinwanderung ist die Situation an der Sekundarschule an der Kastanienallee in Halle-Neustadt (Sachsen-Anhalt). Dort schlugen in den Sommerferien die betroffenen Lehrer Alarm, indem sie einen Brandbrief an CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff schrieben. Sie beklagten darin den zu hohen Anteil ausländischer Kinder in ihrer Schule, beträgt dieser doch insgesamt 70 Prozent. In einigen Klassen hingegen gibt es kein einziges autochthon deutsches Kind mehr. Die erhoffte Hilfe aus der Staatskanzlei bekamen sie jedenfalls bislang nicht. Mit Beginn des neuen Schuljahres verschlimmerte sich die Lage sogar noch, glaubt man den besorgniserregenden Aussagen eines Schulmitarbeiters, der sich nun – aus Angst vor Nachteilen – anonym an die Presse wandte und damit einen lauten Hilferuf von sich gab.

Er schilderte die Misere wie folgt: „Es gibt an der Schule drei Klassen, die zwar offiziell als Regelklassen geführt werden, de facto aber keine sind, weil in ihnen ein Migrantenanteil von 100 Prozent herrscht.“ Dies widerspricht aber dem Erlaß der Landesregierung, wonach Kinder mit unzureichenden Kenntnissen der Landessprache in separaten Vorbereitungsklassen zusammengefaßt werden sollen, die auch „Daz-Klassen“ genannt werden. Diese Abkürzung steht für „Deutsch als Zielsprache“. In besagten Klassen soll dieser Personenkreis in einem Zeitraum von bis zu 18 Monaten die Landessprache erlernen. Danach erst, wenn die Ausländerkinder in der Kommunikation fit fürs Deutsche gemacht worden sind, ist eine Überstellung in eine Regelklasse geplant. So jedenfalls lautet die Theorie.

Fatale Situation in den Regelklassen

Doch die Praxis sieht ganz anders aus. Um wohl die Integration der fremden Kinder in die bundesdeutsche Gesellschaft zu verbessern, steckte man die der deutschen Sprache überwiegend oder ganz Unkundigen in normale Klassen, meist in die C-Klassen. Dort müssen sie – zusammen mit einigen wenigen deutschen Schülern – den Worten der Lehrer lauschen, obwohl sie weder die Landessprache nicht einmal rudimentär beherrschen noch mit dem normalen Ablauf einer Unterrichtsstunde vertraut sind. Die Vorstellung einer schnelleren Integration auf diese Weise bleibt daher eine Illusion. Es entsteht vielmehr das Gegenteil der gewünschten „Win-win-Situation“, denn einerseits lernen die einheimischen Kinder fast nichts, da die Lehrer überwiegend damit beschäftigt sind, den Ausländerkindern den Sinn ihres Tuns verständlich zu machen, und andererseits gelingt es diesen nicht, weder so ihr mangelhaftes Deutsch zu vervollkommnen noch einen Vorteil bei der Wissensvermittlung nach Lehrplan zu erfahren.

Der Schulinsider brachte es mit folgenden Worten auf den Punkt: „Das System wird aber vollkommen ad absurdum geführt, weil in drei Regelklassen nur Daz-Schüler sitzen.“ Er kritisierte auch die Klassenstärke, welche er im Einzelfall mit 24 bezifferte, was viel zu hoch sei, wenn man auf die Nöte der einzelnen Schüler eingehen wolle. Wie sich das Hereinnehmen ausländischer Schüler in eine Regelklasse ohne vorherige Vorbereitung auswirkt, schilderte der Lehrer anschaulich: „Manche stehen auf und laufen herum, einige können nicht von der Tafel abschreiben.“ Außerdem sei der Lärmpegel in diesen Klassen extrem hoch. Das eigentliche Ziel der Wissensvermittlung in dieser Bildungseinrichtung ist somit zum Scheitern verurteilt. Das Schlimme daran ist, daß die hohe Politik – trotz Kenntniserlangung über die Mißstände – untätig bleibt und damit diese unhaltbaren Zustände perpetuiert.

Gesundheitliche Probleme bei Lehrern

Noch schlimmer geht es jedoch in den Pausen in den Klassenzimmern und auf dem Schulhof zu, die vielfach von ethnischen Auseinandersetzungen, Machtkämpfen und der nicht selten geringen Frustrationstoleranz der ausländischen Schüler geprägt sind. Auf Grund fast täglicher Schlägereien kommt es ständig zu Polizeieinsätzen, was auch die Strapazierfähigkeit des Lehrpersonals, insbesondere von dessen Nervenkostüm beeinträchtigt. Die Folge sind häufigere Krankmeldungen und wachsende psychische Probleme. Die Pädagogen müssen zunehmend gezwungenermaßen die Aufgaben von Sozialarbeitern übernehmen. Dazu gehört etwa das Schlichten von Streit, das Kurieren von Raufbolden, indem blutende Nasen und aufgeplatzte Lippen verarztet werden.
Denn bereits die Kleinen führen die ethnischen und religiösen Konflikte, welche ihre Eltern aus ihrer Heimat kennen und durch die diese geprägt sind, in der Schule fort. So bekriegen sich verbal und auch mit Fäusten zum Beispiel kurdische und türkische bzw. arabische Kinder oder Schüler aus Palästina mit unterschiedlicher Konfession. Diese Problemkinder befinden sich zumeist in den C-Klassen. Dort ist also der höchste Ausländeranteil. Ihre Zukunft sieht laut den Lehrkräften sehr düster aus: „Wenn man einmal in dieser Klasse ist, bleibt man eigentlich da. Es ist absehbar, daß die Kinder keinen Abschluß machen. Und die Schüler merken das. Sie fragen: ,Wo sind die deutschen Kinder?’ Manche flehen, in normale Klassen wechseln zu dürfen.“

Untätige Schulleitung – aus ideologischem Kalkül

Und wie reagiert die Leitung der betroffenen Schule? Die Lehrer sind verärgert, weil ihre Vorgesetzen untätig sind, ja sogar alles unternehmen, um bloß zu verhindern, daß etwas über die Mißstände nach außen dringt. Denn man will keine schlechte Presse haben. Die Tatsache nämlich, daß manche Regelklassen – es handelt sich dabei um die C-Klassen – einen hundertprozentigen Ausländeranteil haben, ist wahrlich keine Werbung für die Schule und das Bildungssystem. Deutsche Eltern würden bei Bekanntwerden dieser Umstände ihre Kinder in eine andere Schule geben. Außerdem müßte die Schulleitung erklären, warum sie keine separaten Daz-Klassen eingerichtet hat, in denen die ausländischen Kinder auf den normalen Schulalltag in Regelklassen vorbereitet werden könnten.

Im Landesschulamt ist man über die unhaltbaren Zustände zwar informiert, aber man verweigert das Gegensteuern – und zwar aus ideologischen Gründen. So kommentierte die Sprecherin des Landesschulamtes, Silke Stadör, die Misere mit den dürren Worten, daß es „eine große Herausforderung“ sei, machte aber zugleich deutlich, daß man am weisungswidrigen Vorgehen festhalten werde. So sei das gemeinsame Lernen von ausländischen und einheimischen Kindern in Regelklassen angeblich eine wichtige Voraussetzung für die angestrebte Integration der fremden Schüler in die Gesellschaft sowie zur Vorbereitung auf den angestrebten Schulabschluß. Letzteren können jedoch diese Schüler unter realistischen Bedingungen, also ohne Zuerkennung eines Migrantenbonus in Form von mehr Nachsicht bei der Korrektur der Arbeiten, in der Regel kaum erreichen, es sei denn, man senkt allgemein die Anforderungen spürbar.

Hilflose Flickschusterei

Es ist frommes Wunschdenken, wenn Silke Stadör prognostiziert: „Die Erfolgsaussichten dieses Konzeptes werden als günstig eingeschätzt.“ Als reine Flickschusterei und Kindesweglegung muß man die Pläne der Schulleitung bezeichnen, schwächere Schüler für einige Stunden in einen Betrieb abzuschieben, wo sie fit gemacht werden sollen, um im Einzelfall den Hauptschulabschluß zu erreichen und dann einen Ausbildungsvertrag zu erhalten. Die Betriebe sollen demnach ihre zukünftigen Lehrlinge formen und auf ihre spätere Tätigkeit vorbereiten können. Auf diese Weise will man die Schule entlasten. So mancher Lehrer spricht hingegen von einem Floriansprinzip, indem man die Verantwortung und die damit verbundenen Herausforderungen auf andere abwälzt.

Die Schulleitung relativiert die Probleme an der Kastanienallee und tut so, als sei die dortige Schule eine Bildungseinrichtung wie jede andere, wo es eben ab und zu Spannungen und Auseinandersetzungen gebe. Schließlich rechtfertigt man den häufigen Polizeieinsatz dort damit, daß die Schule des öfteren Projekte zur Gewaltprävention und zu anderen Themen durchführe, an denen Regionalbereichsbeamte in Uniform teilnähmen. Mehr Realitätssinn haben dafür die städtischen Politiker. So meinte der Vorsitzende des städtischen Jugendhilfeausschusses, Detlef Wend (SPD), als Mitglied des Stadtrats nüchtern: „In diese Schule würde doch kein Stadtrat freiwillig sein Kind schicken!“ Für dieses Scherbenviertel mache sich eben niemand stark. Läge die Schule hingegen im gediegenen bürgerlichen Paulusviertel, in welchem die Kinder von Akademikern wohnen, hätte man schon längst gehandelt.

Stadt contra Schule und SPD gegen CDU

Indes schieben sich Stadt und Schule den schwarzen Peter gegenseitig zu. Während Erstere behauptet, Letztere habe bereitgestellte Fördermittel für Sprachlehrer nicht gänzlich abgerufen, unterstellt die Schulleitung an der Kastanienallee den Stadtvätern, diese hätten ihnen nicht ausreichend Geld zur Verfügung gestellt. Seitens der Stadt gab es ferner den Hinweis auf eine Äußerung der Bildungsbeigeordneten Katharina Brederlow, wonach der Grund der Misere nicht der Mangel an Räumlichkeiten, sondern an Lehrern sei. Diese wiederum liegt seit einiger Zeit im Clinch mit CDU-Bildungsminister Marco Tullner, weil dieser vor geraumer Zeit Brederlow dafür gerügt hatte, daß sie ihm unterstellt habe, Schüler nicht umverteilen zu wollen. Hier wird also lieber politisches Kleingeld auf dem Rücken der Schüler und Lehrer gewechselt, als die drängenden Probleme zum Wohle der Allgemeinheit zu lösen.