Bilder: Zukunft Heimat

„Aufs Sofa kehren wir nicht zurück.“ – Interview mit C. Berndt (Zukunft Heimat)

Seit Wochen schafft es das Bündnis „Zukunft Heimat“ in Cottbus tausende Menschen auf die Straße zu bringen, die friedlich gegen die Masseneinwanderung und deren Folgen demonstrieren. Auch am letzten Samstag, den 24. Februar waren es Schätzungen zufolge wiederum an die 5.000 Teilnehmer. Nach dem ausführlichen, zweiteiligen Bericht über die Geschichte von „Zukunft Heimat“ haben wir exklusiv mit dem Vereinsvorsitzenden Hans-Christoph Berndt gesprochen.

***

EUROPAS DÄMME BERSTEN: Herr Berndt, 5.000 Teilnehmer am ersten Februarwochenende und 2.500 davor. Wird Cottbus das neue Dresden?

Christoph Berndt: Dresden ist die sächsische Landeshauptstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern, Cottbus ist eine Brandenburgische Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. In Dresden gibt es seit Herbst 2014 große Demonstrationen gegen die Zerstörung unseres Landes und unseres Kontinents durch die unkontrollierte Masseneinwanderung aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. In Cottbus demonstrieren wir seit Sommer 2017. Dresden ist die deutsche und vielleicht auch europäische Hauptstadt der neuen Bürgerbewegung. Cottbus ist ein Blickpunkt der Proteste in Brandenburg. Wir brauchen kein neues Dresden, wir brauchen landesweit Proteste.

Gemeinsamkeiten sind wichtiger als Unterschiede

Was ist der Unterschied zwischen „Zukunft Heimat“ und PEGIDA?

PEGIDA und „Zukunft Heimat“ unterscheiden sich ungefähr wie Dresden und Cottbus. Viel wichtiger als diese Unterschiede sind aber die Gemeinsamkeiten und unser freundschaftliches Verhältnis.

 

Brauchen eine möglichst gute Vernetzung

Sehen Sie eine Möglichkeit, dass die unzähligen Bürgerinitiativen gegen Masseneinwanderung, die in den letzten Jahren entstanden sind, zu einer überparteilichen Bewegung zusammenfinden können?

Kennzeichen der Bürgerbewegungen sind Spontaneität und Absage an formelle Einschränkungen. Der Versuch, sie zu vereinheitlichen, hätte wenig Aussicht auf Erfolg. Vor allem wäre er ganz falsch, denn auch in der neuen Bürgerbewegung in Deutschland ist Vielfalt Reichtum. Was wir brauchen, ist eine möglichst gute Vernetzung, die gezielte gemeinsame Aktionen von Bürgerinitiativen (und AfD) möglich macht. Hier sind wir seit 2015 vorangekommen und haben mit „Ein Prozent“ auch eine große Vernetzungsplattform.

Mainstream-Medien sind fünfte Kolonne der Eliten

Die Mainstream-Medien berichten durchgängig negativ über Sie, „Zukunft Heimat“ und die Cottbuser Kundgebungen. Wie sehen Sie die Rolle der Medien im Zusammenhang mit dem Asyl-Tsunami – kommen sie ihrer Aufgabe der neutralen Berichterstattung ernsthaft nach?

Die Mainstream-Medien sind keine vierte Gewalt, sie sind die fünfte Kolonne der Eliten. Statt Regierung und Parlamente kritisch zu beobachten, liefern sie Regierungspropaganda. Dass sie in der „Flüchtlingskrise“ exemplarisch versagt haben, ist inzwischen eine Binsenweisheit. (Michael Haller – Die „Flüchtlingskrise“ in den Medien. Tagesaktueller Journalismus zwischen Meinung und Information. Eine Studie der Otto Brenner Stiftung Frankfurt am Main 2017).

Typischerweise vermengen diese Mainstream-Medien Kommentar und Nachricht, um eine voreingenommene Position zu vertreten. Damit einher geht ein großer Vertrauensverlust, wie die Leser-Reaktionen auch in Bezug auf die Ereignisse in Cottbus zeigen. Dumm sind nicht die Bürger, sondern Journalisten, die sich für bessere Menschen halten. Können Sie sich vorstellen, dass sich Mainstream-Medien so für Regierungskritiker in Deutschland ins Zeug legen wie für Regierungskritiker in der Türkei?

Deutschland braucht eine politische und eine geistige Wende

Wie geht es mit „Zukunft Heimat“ weiter?

Wir werden uns weiter bürgerschaftlich engagieren. Lokal und überregional. Volksfeste Kommunalwahlen, Demonstrationen – kein Bereich des öffentlichen Lebens darf vor der Einmischung durch Bürgerinitiativen sicher sein. Deutschland braucht eine politische und eine geistige Wende, wenn wir unsere Heimat und Identität nicht verlieren wollen. Das ist Arbeit für mehr als ein Leben. Aufs Sofa kehren wir nicht zurück.